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Taufe

Die Taufe ist eines der zwei Sakramente der Evangelischen Kirche. 

Das Matthäusevangelium berichtet vom Auftrag des auferstandenen Christus: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ (Matth. 28, 19-20). Aus den Briefen der Apostel wissen wir, dass die Aufnahme in die Gemeinde durch die Taufe geschah.

Durch die Taufe werden Menschen, wie es Paulus ausgedrückt hat, zu Gliedern am Leib Christi (1. Kor. 12) und zu Mitgliedern der Gemeinde und der weltweiten Gemeinschaft der Christinnen und Christen.

 

Fragen und Antworten zur Taufe in unserer Gemeinde

 

Wann und wo kann eine Taufe stattfinden?

Die Taufe ist nicht nur ein Familienfest sondern auch die Aufnahme in eine Gemeinde. Deshalb finden Taufen in der Regel in den Gottesdiensten der Sonn- und Feiertage statt.

Die Taufe sollte am Ort Ihres Wohnsitzes in der für Sie zuständigen Kirchengemeinde stattfinden, denn die Verbindung zur Gemeinde ist ein wichtiger Aspekt christlichen Glaubens. Wenn Sie nicht in Anklam wohnen oder von einem bestimmten Pfarrer die Taufe vollziehen lassen wollen, setzen Sie sich bitte mit allen Beteiligten rechtzeitig in Verbindung.

 

In welchem Alter kann man getauft werden?

Die Taufe ist in jedem Alter möglich. Kinder werden oft im ersten Lebensjahr getauft. Aber auch eine spätere Kindertaufe ist möglich, wenn das Kind schon bewusst wahrnimmt, was geschieht. Im Rahmen einer Entscheidung zur Konfirmation werden Jugendliche oft in ihrer Konfirmandenzeit oder unmittelbar vor der Konfirmation getauft. Erwachsene können sich jederzeit zur Taufe anmelden.

 

Was muss man tun, wenn man als Erwachsener getauft werden möchte?

Melden Sie sich im Kirchenbüro oder vereinbaren Sie direkt mit einem der Pfarrer einen Termin. Vor der Taufe eines Erwachsenen steht der so genannte Taufunterricht, vergleichbar mit dem Konfirmandenunterricht. Im Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin werden die grundlegenden Themen des christlichen Glaubens und die Bedeutung der Taufe besprochen. Der Taufunterricht kann einzeln oder in einer Gruppe stattfinden. Die Taufe geschieht in der Regel in einem Gottesdienst der Kirchengemeinde.

 

Was spricht für eine Kindertaufe?

Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk Gottes. Eltern bekräftigen dies, indem sie ihr Kind taufen lassen. Gott spricht in der Taufe uns Menschen seine Liebe zu, unabhängig davon, wie wir uns verhalten oder welche Erfolge wir aufzuweisen haben. Es ist gut, wenn Kinder mit dieser Zusage aufwachsen können. Bei der Taufe bezeugen die Eltern und Paten stellvertretend für das Kind ihren Glauben und drücken ihren Willen aus, dafür zu sorgen, dass der Täufling das Leben als Christ und in der Gemeinde kennen lernen kann. Später in der Konfirmation können Jugendliche ihre Taufe selbst noch einmal bekräftigen.

 

Was ist eine Nottaufe?

Wenn ein Ungetaufter in Lebensgefahr ist und getauft werden will, kann eine Nottaufe vorgenommen werden. Diese Taufe kann, wenn kein Pfarrer rechtzeitig erreichbar ist, jeder Christ und jede Christin ausführen. Die Taufe ist gültig, wenn sie mit fließendem Wasser und "im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" geschieht.

 

Was für Unterlagen brauchen wir für die Taufe?

Bitte wenden Sie sich an das Gemeindebüro oder direkt an einen der Pfarrer, um einen Termin für das Taufvorgespräch bzw. den Taufunterricht sowie die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. Wenn ein Kind getauft werden soll, braucht es mindestens einen evangelischen Paten oder eine evangelische Patin, die eine Patenbescheinigung über die Berechtigung zum Patenamt vorlegen muss. Die Patenbescheinigung stellt das Pfarramt aus, bei dem der Pate oder die Patin durch den Hauptwohnsitz gemeldet ist. Bringen Sie bitte zum Taufgespräch die Geburtsurkunde des Kindes bzw. Ihren Personalausweis mit.

 

Muss mein Kind konfirmiert werden oder reicht die Taufe?

Zur Kirchenmitgliedschaft reicht zwar die Taufe. Wer aber als Kind getauft wurde, kann seine Taufe als Jugendlicher bzw. Erwachsener durch die Konfirmation bekräftigen. In der Konfirmandengruppe den christlichen Glauben verstehen zu lernen, kann für Jugendliche eine bereichernde und besondere Erfahrung werden. Wer zum Beispiel das Patenamt übernehmen will, muss in der Regel konfirmiert sein.

 

Kann mein Kind zum Konfirmandenunterricht gehen ohne getauft zu sein?

Natürlich kann Ihr Kind am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Konfirmation ist eigentlich die Bestätigung der Taufe. Wenn Ihr Kind nicht getauft ist, aber konfirmiert werden möchte, wird es in der Regel im Laufe der Konfirmandenzeit oder direkt im Konfirmationsgottesdienst getauft. Eine Bestätigung der Taufe, also die Konfirmation, ist dann eigentlich nicht mehr notwendig, da der Jugendliche schon selbst Ja zu seiner Taufe gesagt hat. Für viele Konfirmanden ist es aber trotzdem wichtig, die Konfirmation zu feiern.

Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche sind?

Die Entscheidung wird im Einzelfall in der Kirchengemeinde getroffen. Bei einer Kindertaufe müssen erwachsene Christen für die christliche Erziehung des Kindes Verantwortung übernehmen. Dies muss nach dem Verständnis unserer Kirchenordnung sichergestellt werden. Wenn die Eltern dies nicht tun können, weil sie selbst nicht getauft sind oder die Verbindung zur christlichen Gemeinde durch Austritt aus der Kirche abgebrochen haben, müssen andere nahe Bezugspersonen vorhanden sein, die diese Rolle übernehmen können.

 

Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?

Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht inne hat. Ist die Ehe z.B. geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Taufe.

 

Was bedeutet die Taufe?

Die Taufe ist in erster Linie die Zusage der Liebe und des Segens Gottes. Mit dem Akt der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen. 

 

Muss ich mich erneut taufen lassen, wenn ich die Konfession wechsle oder wieder in die Kirche eintrete?

Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und wird daher nicht wiederholt. Bei einem Wiedereintritt in die Evangelische Kirche oder bei einem Übertritt in die Röm.-kath. Kirche wird nicht noch einmal getauft. Bei einem Übertritt in eine orthodoxe Kirche wird allerdings die Salbung nachgeholt.

 

Wer sorgt für den Schmuck der Kirche?

Die Kirchen sind zu jedem Gottesdienst mit Blumen geschmückt. Wenn Sie darüber hinaus die Kirche schmücken wollen, können Sie das nach Absprache tun.

 

Was kostet die Taufe?

Grundsätzlich ist die Taufe für die Kinder von Kirchenmitgliedern kostenlos.

 

Wer kann Pate oder Patin werden?

Das Patenamt wird nicht von den Eltern allein vergeben, sondern ist eine Beauftragung der christlichen Gemeinde. Alle getauften Christinnen und Christen, deren Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angehören, können Paten sein. Mindestens einer der Paten muss jedoch evangelisch sein. Die Patenberechtigung in der Evangelischen Kirche ist in der Regel durch die Konfirmation begründet. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit das Recht aufgegeben, Taufpate sein zu können.

 

Wann endet das Patenamt?

In der Evangelischen Kirche endet das Patenamt formal mit der Konfirmation.

 

Gibt es eine ökumenische Taufe?

Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession.

 

 

 

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:

25.05.2013
Jesaja 33,5-6
Der HERR hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. Und du wirst sichere Zeiten haben: Reichtum an Heil, Weisheit und Klugheit.
Johannes 1,16
Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.